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Zinskommentar von Dr. Klein Wie sich Macrons Ziele auf die Bauzinsen auswirken

Macron, hier im Gespräch mit der Bundeskanzlerin Merkel, hat mit seinem Sieg gegen die rechtsextreme Marine Le Pen die Europäische Union möglicherweise vor dem Zerfall gerettet.

Nach der Frankreichwahl bleiben die Zinsen stabil. Deutsche Inflationsraten sind im April unerwartet hoch. Es gab in den vergangenen Wochen eine leichte Erhöhung bei den Bauzinsen um 0,1 Prozent und Bestzinsen für zehnjährige Hypothekendarlehen (Stand 15. Mai 2017: 1,09 Prozent). Das sind die Themen des Zinskommentars von Dr. Klein.


16.05.2017 um 13:15 Uhr
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Vielen dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, dass nach dem Brexit und dem Ausgang der US-Wahl nun das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahl so ausfiel, wie von der Mehrheit der Experten vermutet. Entsprechend ruhig reagierten die Märkte, denn sie hatten einen Sieg des parteilosen Emmanuel Macron bereits positiv eingepreist. Einen Effekt könnte der Ausgang der Parlamentswahlen im Juni in Frankreich haben. Dann wird sich entscheiden, ob Macron tatsächlich die von ihm angekündigten Reformen mit einer Mehrheit im Rücken durchsetzen kann.

Eine wesentliche Intention Macrons ist es, die französische Wirtschaft zu stärken. Daraus würde unter anderem eine Erholung des Anleihenmarktes resultieren. Aufgrund der Schwäche französischer Anleihen in der Vergangenheit hatte die französische Zentralbank Banque de France deutsche und auch US-amerikanische Anleihen mit Aufschlägen belegt, um sie für Investoren unattraktiver zu gestalten. Diese Strategie dürfte zurückgefahren werden.

„Die Deutsche Girozentrale orientiert sich bei der Rendite der Pfandbriefe an den Zinsen von Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit“, sagt Michael Neumann, Vorstand von Dr. Klein. „Da sehr viele Kreditinstitute Immobilienfinanzierungen durch Pfandbriefe refinanzieren, kommt es hier zu einer Art Kettenreaktion: Steigen die Zinsen für Staatsanleihen, erhöht sich die Rendite der Pfandbriefe und infolgedessen verteuern sich die Baufinanzierungszinsen“, so Neumann weiter. „Wenn die Märkte erwarten, dass nach den zwei Amtszeiten von Nicolas Sarkozy und François Hollande, die vor allem durch Stillstand geprägt waren, nun Reformen in Frankreich umgesetzt werden, dann wird sich das positiv auswirken“, vermutet Neumann. „Etwa auf die Erwartung an das Wirtschaftswachstum in Frankreich und damit verbunden auch auf die Inflationserwartung im Euroraum. Ein möglicher Zinsanstieg basiert aber vor allem auf Psychologie. Denn wir reden hier von einem sehr langen Zeitraum bis zur Umsetzung der Reformen, deren Wirkung sich erst Jahre später zeigen wird,“ führt Neumann weiter aus.

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