Thema Regulierung

Wohnimmobilienkreditrichtlinie Studie belegt Rückgang bei Kreditabschlüssen

Eigenheim: Kreditvermittlungen sind in den meisten Altersgruppen rückläufig.

Die vor einem Jahr verabschiedete Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) hat zu Auswirkungen im Vertrieb geführt. Die Dr. Klein & Co. AG hat Belege für einen Rückgang der Kreditvermittlung in den meisten Altersgruppen.

Von: Redaktion
15.03.2017 um 11:49 Uhr
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Die Regulierung der Vermittlung von Wohnimmobilienkrediten wurde vor einem Jahr verabschiedet und hat aufgrund vager Ausführungsbestimmungen zu Verunsicherung bei vielen Kreditanbietern geführt. Branchenexperten erwarteten daher, dass die Kreditinstitute zwischen Risikoabsicherung und Kundenansprüchen die Immobilienkredite wesentlich restriktiver gewähren.

Nun legen konkrete Zahlen zu den Auswirkungen der WIKR im Markt vor, die diese Annahme überwiegend bestätigen. Die Dr. Klein & Co. AG veröffentlichte Zahlen der größten deutsche Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen, EUROPACE. Demnach sind im Vergleich zu den elf Monaten vor Inkrafttreten der Richtlinie die Abschlüsse in der Altersgruppe von 40 bis 50 Jahren um knapp sechs Prozentpunkte gesunken. Bei den 50- bis 60-Jährigen gingen die Vermittlungen um etwas weniger als vier Prozentpunkte zurück. Bei Kreditnehmern, die zwischen 60 und 70 Jahre alt sind, waren es sogar 13 Prozent weniger Abschlüsse.

 

Ein erwarteter Rückgang bei jungen Kreditnehmern (zwischen 18 und 30 Jahren) lässt sich indes nicht bestätigen, hier stieg die Zahl der Vertragsabschlüsse um mehr als sechs Prozentpunkte (siehe Grafik).

Die Bundesregierung plant noch im März 2017 eine neue Gesetzesinitiative, um mehr Rechtssicherheit für die Branche zu erreichen. So soll etwa der Einbezug der „Erwerbsbiographie“, also bei Älteren das angehäufte Vermögen oder bei Jüngeren das zu erwartende Einkommen mit berücksichtigt werden. Zudem soll die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Möglichkeit erhalten, die Vergabe von Immobiliendarlehen weiter zu regulieren. Damit soll möglichen Immobilienblasen entgegengewirkt werden.

 

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