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Wohneigentums-Report von Accentro In Berlin sind die Preise um satte 160,26 Prozent gestiegen

Der Bundestag in Berlin: In der Hauptstadt sind die Preise für Eigentumswohnungen in den vergangenen zehn Jahren am stärksten gestiegen.

Die mit Abstand größten Preissteigerungen in den vergangenen zehn Jahren verzeichnete Berlin: Der Durchschnittspreis je verkaufter Wohnung ist in diesem Zeitraum um satte 160,26 Prozent gestiegen - so viel wie in keiner anderen deutschen Großstadt. Das geht aus dem aktuellen Wohneigentums-Report von Accentro hervor. Dennoch wurden im vergangenen Jahr weniger Eigentumswohnungen in der Hauptstadt verkauft. Die Gründe.


13.09.2017 um 13:26 Uhr
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Im Jahr 2016 wurde erneut ein Umsatzrekord in den deutschen Großstädten erzielt: Der Gesamtumsatz stieg von 28,5 Milliarden Euro auf 30,87 Milliarden Euro. Allerdings stagniert die Anzahl der Verkäufe. So wurden in den untersuchten 82 Großstädten insgesamt 135.551 Bestands- und Neubau-Eigentumswohnungen verkauft. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 851 Verkäufe leicht gesunken. Mit Berlin, Köln und Stuttgart verzeichnen drei der Top-7-Standorte sogar eine negative Entwicklung.

"Die negative Entwicklung in Berlin, Stuttgart und Köln ist ein deutliches Zeichen für eine zunehmende Angebotsverknappung. Besonders Berlin ist aber auch von politischer Überregulierung betroffen", sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand der Accentro Real Estate. Zwar werden in der Bundeshauptstadt mit 22.549 Verkäufen bei Weitem die meisten von allen deutschen Metropolen getätigt. Wegen der politischen Überregulierung und der Angebotsverknappung sank im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der Verkäufe aber um 7,42 Prozent.

Die Zahl der Baugenehmigungen ist zwar im Jahr 2016 bundesweit um 21,6 Prozent gestiegen. Doch in den ersten Monaten 2017 sanken sie bereits wieder. Insbesondere die Zahl der Genehmigungen für neue Wohnungen durch Um- und Ausbaumaßnahmen (Nachverdichtung) haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25,5 Prozent abgenommen. "Diese Entwicklung kann die Angebotsknappheit in den Großstädten, welche sich bereits 2016 deutlich bemerkbar gemacht hat, noch verstärken. Die Kaufpreise dürften insgesamt weiter steigen, wenn auch nicht mehr auf dem sehr hohen Niveau der vergangenen Jahre", so Mingazzini.

2016 wurden 34.731 Neubauten verkauft und damit 14,49 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Damit hat die bestehende Dynamik beim Verkauf von Neubau-Eigentumswohnungen nochmals deutlich zugelegt, denn von 2014 auf 2015 betrug der Anstieg bei Neubauverkäufen 12,31 Prozent. Berlin war 2016 der wichtigste Markt für Neubau-Eigentumswohnungen in Deutschland. In der Bundeshauptstadt wurden im Berichtsjahr 5.608 Neubau-Eigentumswohnungen verkauft, ein Plus von 7,72 Prozent. Berlin baut seine Führungsposition bei Neubauverkäufen weiter aus, nachdem erstmals 2015 in der Bundeshauptstadt mehr Wohnungen verkauft worden waren als in München.

Die mit Abstand größten Preissteigerungen in den vergangenen zehn Jahren verzeichnete Berlin: Der Durchschnittspreis je verkaufter Wohnung ist in diesem Zeitraum um satte 160,26 Prozent gestiegen - so viel wie in keiner anderen deutschen Großstadt. Trotz des starken Preisanstiegs in der vergangenen Dekade liegt Berlin jedoch beim Durchschnittspreis je Wohnung aktuell lediglich auf Rang 12, noch hinter Städten wie Ulm, Heidelberg oder Mainz. Mit mittlerweile 5,64 Milliarden Euro hat Berlin seinen Umsatz mit Eigentumswohnungen seit 2006 beinahe verdreifacht.

Gesondert hervorzuheben ist im Zehnjahresvergleich Leipzig. In der sächsischen Metropole haben sich die Verkäufe überaus dynamisch entwickelt. 2006 wurden in der größten Stadt Sachsens 2.542 Wohnungen verkauft, 2016 waren es 4.877 Wohnungen. Das ist fast eine Verdoppelung, die Umsätze haben sich mehr als verdreifacht. "Leipzig hat eine herausragende Rolle am Markt für Eigentumswohnungen. Sie ist beliebt bei jungen Leuten wegen der attraktiven Lebenshaltungskosten und einer sehr lebendigen Kultur- und Uniszene sowie der hervorragenden wirtschaftlichen Entwicklung. Die Stadt verzeichnete einen Bevölkerungszuwachs von mehr als 14 Prozent seit 2006 und liegt damit auf Rang zwei nach München mit etwas mehr als 19 Prozent", erklärt Mingazzini.

Mit Leipzig, Erfurt und Rostock dominieren drei ostdeutsche Städte die Verkaufsentwicklungen im Zehnjahresrückblick. Dies ist ein Beleg für die langfristige Dynamik am ostdeutschen Wohneigentumsmarkt. In Rostock und Potsdam haben sich die Kaufpreise im Zehnjahresvergleich mehr als verdoppelt, in Dresden und Erfurt haben sie sich beinahe verdoppelt. Mit den Landeshauptstädten Magdeburg und Erfurt sowie Halle sind drei ostdeutsche Städte unter den Top 10 bei Verkaufsentwicklungen je 1.000 Einwohner. Mit einem Zuwachs von 58,33 Prozent bei Verkäufen je 1.000 Einwohner erreicht Magdeburg bundesweit sogar den zweiten Platz.

 

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