Markt

Vorzeichen ähneln sich Droht den USA eine erneute Immobilienblase?

Die letzte Immobilienkrise hat in den USA verheerende Schäden angerichtet. Viele Menschen verloren ihr Wohneigentum.

Wie stabil ist der amerikanische Immobilienmarkt? Wird zu viel spekuliert? Einige Vorzeichen ähneln jenen aus dem desaströsen Jahr 2007. Die Immobiliengesellschaft Realtytrac hat diesbezüglich einige Zahlen analysiert.


08.03.2016 um 14:32 Uhr
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Es ist noch gar nicht so lange her, da platzte die Immobilienblase in den USA. Das Vorspiel war 2007 ein überschwänglicher Hype am Immobilienmarkt, das Nachspiel die Finanzkrise und schließlich die Weltwirtschaftskrise. Die Banken vergaben damals reihenweise Hypothekenkredite an Kunden, die nicht kreditwürdig waren. Mit Rückendeckung aus Washington. In der Folge stiegen die Immobilienpreise in den USA steil an – bis zum Kollaps.

Das ist nun etwa neun Jahre her und der amerikanische Immobilienmarkt hat sich mittlerweile wieder erholt. Mancherorts sieht es sogar besser als vor der Krise aus: Dort sind die Preise inzwischen auf einem Niveau, dass höher ist als vor dem 2007er-Kollaps. Das dürfte einige um den Schlaf bringen. Und nicht nur das: US-Medien berichten, dass das sogenannte „Immobilien-Flipping" (flipping heißt auf deutsch „umdrehen") immer mehr zunimmt. Dabei werden Objekte für das schnelle Geld kurzfristig gekauft und wieder verkauft – die Folge sind weiter steigende Preise.

Daten der Immobiliengesellschaft Realtytrac belegen, dass der Anteil der Hausverkäufe, die man als sogenannte „Flips“ bezeichnet (Kauf und Verkauf innerhalb von zwölf Monaten), im vergangenen Jahr US-weit von 5,3 Prozent auf 5,5 Prozent gestiegen sind. Durchschnittlich lässt sich bei so einem „Flip“ 55.000 US-Dollar verdienen, so viel wie seit 2005 nicht mehr. Spitzenwerte fanden sich in Nevada (8,8 Prozent), Florida (8 Prozent) und Arizona (7,1 Prozent), so RealtyTrac. 

Das amerikanische Time-Magazin fragt sich in diesem Zusammenhang verwundert, ob denn dieses Jahr niemand den Oscar-nominierten Film "The Big Short" gesehen habe (siehe Video). Schließlich thematisiere dieser die Spekulationsgefahren ausgezeichnet. Allerdings sollte den Spekulanten die Problematik, dass aus Gewinnen schnell Verluste werden können, nicht erst seit dem besagten Film bekannt sein.

Aber es gebe auch Unterschiede zur damaligen Krise: Damals waren überwiegend Kredite im Spiel. Der Eigenanteil lag zu der Zeit bei 34 Prozent, so die „Time“. Heute liege dieser bei ganzen 70 Prozent. Die Hoffnung: Sollte hier und da also etwas schief laufen, wird sich das Scheitern nicht im gleichen Umfang wie damals auf andere Teile der Finanzindustrie ausbreiten.

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