Investment

Tipp an Investoren Finger weg von Pflegeappartements

Warnt Privatanleger: Jens Nagel, Geschäftsführer von Hemsö Deutschland

Immer mehr Anleger investieren in Pflegeappartements. Das ist mit hohen Risiken verbunden, weiß Jens Nagel, Geschäftsführer von Hemsö Deutschland.


07.03.2016 um 11:27 Uhr
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Seit einigen Jahren ist es Investoren möglich, direkt in Pflegeheime zu investieren. Diese können beispielsweise aufgeteilt und Pflegeappartements im Einzelvertrieb verkauft werden. 30 bis 50 Prozent der neu errichteten Pflegeheime werden so inziwschen an Anlager verkauft. Im vergangenen Jahr waren das rund 20 Pflegeheime. Die Nachfrage ist hoch, denn die Werbeversprechen sind äußerst verlockend. Dank langfristiger Mietverträge wird Pflegeapartments gerne die Stabilität von Anleihen oder gar Rentenpapieren zugesprochen. Absolute Sicherheit und Berechenbarkeit - das sind Werte, die Anleger überzeugen. Doch Pflegeapartments können gerade für Laien riskant sein. Und nicht nur das: Auch Betreiber von Pflegeheimen leiden unter den Folgen einer Objektaufteilung. Die einzigen Gewinner: Finanzierer, Vertriebler und Projektentwickler.

Unwissenheit kostet

Der Kauf eines Pflegeapartments wird gerne als lukrative Alternative zum Kauf einer Eigentumswohnung angeboten. Das Argument der Verkäufer: Pflegeheime haben die Vorteile einer Immobilienanlage wie beispielsweise einer Eigentumswohnung und überzeugen zusätzlich mit langen Mietverträgen. Folge: Der hohe Arbeitsaufwand, der bei Eigentumswohnungen aufgrund von Mieterwechsel und Reparaturmaßnahmen entsteht, entfällt gänzlich. Das Pflegeapartment wird als stressfreies Rundum-sorglos-Paket dargestellt.

Doch die Initiatoren, die Pflegeheime für das Aufteilungsgeschäft bauen, lassen sich diese Sicherheit teuer bezahlen. Während neue Pflegeheime an institutionelle Anleger in der Regel mit dem Faktor 14 bis 15 verkauft werden, liegt der Faktor bei Pflegeapartments bei 20 und mehr. Das entspricht einer Erhöhung von fünf Jahresmieten. Bei einem Kauf zum 14-fachen der Jahresmiete beträgt die erzielbare Bruttorendite aus den Pachterträgen im Verhältnis zum Erwerbspreis circa 7 Prozent. Zahlt ein Käufer das 22-fache der Jahresmiete, sind es nur rund 4,5 Prozent. Die Nettorendite vor Steuern liegt bei etwa 3,5 Prozent, da diese durch Erwerbsnebenkosten sowie Instandhaltungsrückstellungen geschmälert wird. Bei Eigentumswohnungen gibt es eine solche Schere nicht.

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2. Seite: Pflegeheime sind unflexibel
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