Investment

Robert Stolfo von Invesco Real „In Spanien haben wir für 35 Wohnungen 400 Anfragen”

Robert Stolfo, Geschäftsführer von Invesco Real Estate.

Besichtigungstermin mit Robert Stolfo, Geschäftsführer von Invesco Real Estate. Ein Gespräch darüber, welche Wohnungsmärkte sich für Investoren lohnen.


18.04.2017 um 12:05 Uhr
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DIE IMMOBILIE: Herr Stolfo, wir starten vor der eigenen Haustür. Welche Wohnungen sollten sich Investoren in Deutschland ansehen?
Robert Stolfo: In Deutschland sind derzeit vor allem kleinere Wohnungen, Studentenwohnheime, Boardinghouses und Mikroapartments attraktiv. Und das in zentralen Lagen in Groß und Mittelstädten. Das Angebot ist allerdings beschränkt. Eine Möglichkeit zu investieren ist daher, Projekte sehr früh zu erwerben, entweder über ein Forward Funding oder ein Forward Purchase. Dabei übernehmen wir beispielsweise das Vermietungsrisiko, schließen Projektrisiken jedoch durch vertragliche Regelungen so weit wie möglich aus.

DIE IMMOBILIE: Warum sollten Investoren ausgerechnet hier einsteigen?
Stolfo: Weil jahrelang vor allem größere Wohnungen gebaut wurden. Studenten und junge Berufsanfänger suchen aber kleinere Wohnungen. Sie wollen sich noch nicht auf einen Wohnort festlegen und schätzen die Flexibilität, bei Bedarf auch schnell umziehen zu können. Hinzu kommt die Zunahme von Zeitarbeitsverträgen: Wer nicht weiß, wie lange er bleibt, sucht sich keine Drei- oder Vier-Zimmer-Wohnung, auch wenn man es sich leisten könnte. Das Angebot in diesem Segment ist immer noch zu gering, und die Nachfrage steigt, nicht zuletzt aufgrund von Zuwanderung und steigenden Studentenzahlen. Von 2015 bis 2035 nimmt die Zahl der Haushalte laut dem Trendszenario des Statistischen Bundesamtes um rund 2,4 Millionen zu. Die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte klettert sogar um etwa 3,5 Millionen nach oben, die Zahl größerer Mehrpersonenhaushalte schrumpft.

DIE IMMOBILIE: Es heißt, der große Trend auf dem Wohnungsmarkt sei die Urbanisierung. Immer mehr Menschen wollen in der Stadt leben. Andererseits zieht es angesichts der gestiegenen Immobilienpreise und Mieten immer mehr Menschen wieder aufs Land. Was stimmt denn nun?
Stolfo: Beides. Nehmen Sie den Großraum München: Augsburg, Landshut und Ingolstadt profitieren von Münchens Wachstum, weil es vielen Menschen in München einfach zu teuer ist. Sie setzen sich lieber jeden Tag 30 Minuten in den ICE, um zur Arbeit zu fahren oder arbeiten teilweise im Home-Office. Darum sollte man sich in Deutschland eben nicht nur die Top-7-Standorte anschauen, sondern auch die Städte aus der zweiten Reihe.

DIE IMMOBILIE: Zwar gilt bei Neubauten keine Mietpreisbremse, aber viel Luft nach oben dürfte es nicht mehr geben. Auch die Grundstückspreise sind recht hoch. Mit welchen Renditen können Investoren noch rechnen?
Stolfo: Bei Projektentwicklungen können noch etwas höhere Renditen erzielt werden als bei fertiggestellten und vermieteten Objekten. In wirtschaftlich starken Groß- und auch manchen Universitätsstädten bewegen wir uns aktuell im Bereich von 3 bis 3,5 Prozent, teilweise aber auch noch deutlich darunter.

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