Markt

Neue Crowdinvestmentplattform Ifunded will den Immobilienmarkt aufmischen

Einar Skjerven (links) und Michael Stephan, die Chefs von Ifunded.

Noch im ersten Quartal 2016 soll Ifunded starten. Hinter der neuen Immobilien-Crowdfunding-Plattform stehen Immobilien-Investor Einar Skjerven und Jurist Michael Stephan. Mit DIE IMMOBILIE sprachen die beiden über ihre Ziele und Ideen und darüber, welche Probleme Ifunded bekommen könnte.


07.01.2016 um 11:12 Uhr
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DIE IMMOBILIE: Herr Skjerven, Herr Stephan, wie kam es zu der Zusammenarbeit bei Ifunded und welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Einar Skjerven: Ich bin ja bereits seit neun Jahren als Immobilieninvestor tätig. Ich habe in dieser Zeit umfangreich Immobilien gekauft, geteilt und verkauft. In den letzten vier Jahren rückte dabei immer stärker Online in den Fokus. Social Marketing und Social Media. Mein Ziel war und ist es, weg vom traditionellen Offline-Marketing zu kommen. Das funktioniert ganz gut. Im letzten Jahr haben wir auf diesem Wege für 60 Millionen Euro Immobilien verkauft. Dieses Jahr wollen wir zwischen 55 bis 60 Millionen Euro liegen. Wir haben also gesehen, dass es funktioniert. Deshalb investieren wir in Start-ups. Ich denke, dass ein Start-up, wie Ifunded im Zusammenspiel mit einem erfahrenen Investor eine perfekte Kombination ist.
Ich helfe als Investor und bringe die Bestandsimmobilien ein. Das ist aber nur eine Anfangshilfe. Das Ziel ist es, dass die Plattform 2016 erfolgreich ist und dass wir sie 2017 auch für andere Projektentwickler öffnen können. Wir wollen anderen guten Projektentwicklern nicht im Wege stehen. Unsere langjährige Immobilien- und Eigenkapitalerfahrung auf der einen Seite ist die große Stärke von Ifunded. Auf der anderen Seite steht das technische Wissen von Herrn Stephan. Wir sind ein Start-up mit Erfahrung.

Michael Stephan: Wir liefern eine perfekte Kombination aus Immobilienwissen und innovativer Onlinearbeit. Zudem haben wir ein hervorragendes Immobilienportfolio in Berlin, an dem wir als junge Plattform wachsen können. Wenn das aufgeht, öffnen wir uns auch für andere Anbieter in anderen Städten. Das müssen dann auch nicht mehr nur Bestandsimmobilien sein, sondern auch Neubauprojekte. Wir wollen die Marke so schnell wie möglich bundesweit aufbauen. Das gilt für den Gewerblichen- und den Wohnungsbereich. Die rechtlichen Rahmenbedingungen könnten dafür in Deutschland aber gerne niedriger liegen. Wir sehen da eine große Entwicklung auf uns zukommen. Wenn da einiges passiert ist, würden wir natürlich auch gerne internationale Anleger bei uns begrüßen.

Was stört Sie an den rechtlichen Rahmenbedingungen?

Stephan: Das überarbeitetet Kleinanlegerschutzgesetz ist ein Gehversuch. Im Vergleich zu den Regeln im Ausland ist es aber zu eng gefasst. Da muss was passieren. Eine Reglementierung ist wichtig, damit wir sicherstellen, dass nur seriöse Player im Markt sind. Aber das Gesetz ist zu kurz gegriffen. Ausnahmen nur fürs Nachrangdarlehen beispielsweise, sind schwer nachvollziehbar. Durch diese Hauruck-Reglementierungen werden wir im internationalen Vergleich benachteiligt. Ich denke, da spielt viel Unsicherheit mit. Für die BaFin ist das ein neues Modell und ich hoffe, dass sie mit uns, als Plattformbetreiber, noch andere Regularien erarbeitet. Die Schwellen erhöhen. Mindest- und Oberschwelle sind nicht nachvollziehbar. Und andere Investitionsmöglichkeiten sollten auch erlaubt werden.

Welche Immobilien sind interessant für Ihr Portfolio?

Skjerven: Wir kaufen nur Objekte in guten Lagen. Nicht direkt am Hotspot, aber in der Nähe davon. Das ist jetzt auf Berlin bezogen. Die Stadt entwickelt sich gut, deshalb kaufen wir A- Lagen. Ein Beispiel: der Kollwitzplatz am Prenzlauer Berg ist viel zu teuer. Also kaufen wir in der Nähe. Unser Businessplan gilt in der Regel für fünf Jahre. In dieser Zeit kaufen und verkaufen wir ein Objekt. Hinzukommt, dass wir nicht in Sanierungsgebieten kaufen, da hier ein Aufteilungsverbot besteht.

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1. Seite: Stephan: Wir wollen die Marke schnell bundesweit aufbauen.
2. Seite: Skjerven: Die Mietpreisbremse heizt den Wohnungsmarkt zusätzlich an.
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