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Der Nachbericht Mipim: Investoren trotz Unsicherheiten zuversichtlich

Vier Tage lang sind Investoren bei der weltweit größten Gewerbeimmobilienmesse in Cannes auf Tuchfühlung gegangen.

In der vergangenen Woche versammelten sich 24.200 führende Akteure der Immobilienbranche und Vertreter von Städten aus 100 Ländern, darunter 5.000 Investoren, auf der MIPIM, der internationalen Fachmesse der Immobilienbranche.


20.03.2017 um 17:36 Uhr
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Angesichts politischer Veränderungen durch die Präsidentschaftswahl in den USA, die Abstimmung über den Brexit und die Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden sowie der beschleunigten technologischen Entwicklung und einer weltweit wachsenden Stadtbevölkerung wählte man „The New Deal for Real Estate” als zentrales Thema für die MIPIM. Unter dieser Themensetzung hatten Branchenführer und Investoren Gelegenheit, über neue Strategien in der Immobilienbranche zu diskutieren.

Laut Cushman & Wakefield stehen für Investitionen in den globalen Immobilienmarkt 435 Milliarden Dollar an neuem Kapital zur Verfügung – weniger als 2016, aber immer noch die zweithöchste Summe seit 2009.

Cushman & Wakefield setzte die Vereinigten Staaten auf Platz eins unter den Zielmärkten für Investoren, gefolgt von China und dem Vereinigten Königreich. Nach Angabe von Real Capital Analytics floss 2016 Kapital in Höhe von etwa 30,15 Milliarden Euro aus Asien in die USA, die ihrerseits etwa 14,4 Milliarden Euro in asiatische Immobilienmärkte investierten.

Auf dem jährlichen Mipim RE-Invest Summit, bei dem etwa 60 Vertreter der weltweit führenden institutionellen Investmentfonds zusammenkamen, gaben zwei Drittel der Teilnehmer an, 2017 als Nettokäufer agieren zu wollen. Zusammengenommen verwalten die Teilnehmer des RE-Invest Immobilienanlagen im Wert von über 600 Milliarden Dollar.

Auf dieser Mipim war nicht zu übersehen, dass die britische Regierung, allen voran das Department of International Trade (DIT), gemeinsam mit der British Property Federation alles daransetzte, das Vertrauen der Investoren in den britischen Immobiliensektor als ein Hauptziel für Immobilieninvestitionen zu erhalten.

Erstmals in der Geschichte der Mipim war die Regierung des Vereinigten Königreichs mit einem eigenen Pavillon vertreten, und die Präsenz des britischen Slogans „Invest in Great” war beachtlich. Auch lag die Zahl der ausstellenden Unternehmen und Städte aus dem Vereinigten Königreich mit 960 um 24 Prozent höher als 2016.

Die Türen der Mipim hatten sich kaum geöffnet, als hochrangige Vertreter der Städte Manchester, London, Amsterdam und Stockholm am Stand von Manchester bereits über die wahrscheinlichen Auswirkungen des Brexit diskutierten.

Laut Sir Howard Bernstein, dem scheidenden Oberhaupt des Stadtrats von Manchester, ist es in einer Zeit der Unsicherheit wichtiger denn je, dass Manchester keinen Zweifel an seiner Offenheit für Geschäfte aufkommen lässt.

Jules Pipe, stellvertretender Bürgermeister von London, merkte an, dass die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs auch weiterhin große Investitionen anziehen werde. In Bezug auf den Brexit bemerkte Pipe: „Was auch geschieht, London wird es überstehen.” Er prognostizierte, dass Immobilieninvestoren auf der Suche nach Alternativen zu London eher New York, Singapur oder Hong Kong ins Auge fassen werden als europäische Hauptstädte.

Eric van der Burg, stellvertretender Bürgermeister von Amsterdam, vertrat die Ansicht, dass seine Stadt mit ihren hoch qualifizierten, mehrsprachigen Arbeitskräften und ihrer hervorragenden Infrastruktur internationale Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich nach Amsterdam ziehen werde.

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