Thema Wohnen

Mipim 2017 „Das Schaffen von bezahlbaren Wohnraum ist ein Marathon, kein Sprint“

Im Gespräch über bezahlbaren Wohnraum (v.l.n.r.): Alberto Sacco, Medina Fernando, James Murray und die Moderatorin Galskjøt Anette.

Immer mehr Menschen leben in urbanen Gegenden. In den Städten gibt es immer weniger Wohnraum und die Preise dort zu leben steigen zunehmend. Wie ist dem beizukommen? Auf der Mipim in Cannes hat sich eine Diskussionsrunde mit dem Thema beschäftigt.


17.03.2017 um 09:38 Uhr
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Kommentare

James Murray, stellvertretender Bürgermeister für Wohnungsbau und Siedlungsentwicklung in London (Großbritannien)

„In den letzten zehn Monaten haben wir ein Bündnis für bezahlbaren Wohnraum ins Leben gerufen. Mit dabei sind 32 Behörden, Entwickler Investoren,Wohnungsunternehmen. Aber ich sage dazu immer: Das Schaffen von bezahlbaren Wohnraum ist ein Marathon, kein Sprint. Zu wenig Wohnraum ist nicht nur ein soziales Problem, sondern auch ein wirtschaftliches. Unternehmen kommen zu uns und sagen, ihr größtes Problem bei der Expansion sei, dass sie zu wenig bezahlbaren Wohnraum für ihre Angestellten finden.

Wir haben Investitionen über 3 Billionen Pfund mit der Zentralregierung ausgehandelt, die in den nächsten Jahren in den bezahlbaren Wohnungsbau fließen. Das zeigt auch auch die Zuversicht der Behörden, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.“

 

Medina Fernando, Bürgermeister von Lissabon (Portugal)

„Wohnungsnot ist die Krankheit einer erfolgreichen Stadt. Das Schaffen von bezahlbaren Wohnraum dreht sich nicht nur um das Bauen an sich, sondern auch um die Frage, wie man die Stadt in Zukunft sieht. Die Menschen leben zunehmend außerhalb der Stadt, in den Vororten. Und zum Arbeiten müssen sie in die Stadt pendeln. Das sind enorme Kosten beispielsweise hinsichtlich des Verkehrsnetzes.

Unser Schlüsselkonzept für bezahlbaren Wohnraum ist, diesen nicht nur vor den Toren der Stadt zu schaffen, sondern auch mitten in der Stadt. Die Mischung ist uns wichtig. Die Stadt sollte Menschen der verschiedensten Einkommensklassen beherbergen, nicht nur die Wohlhabenden. Wir brauchen nämlich auch die Arbeitskraft der Menschen mit niedrigerem Einkommen, sie sind das Fundament einer Stadt.

Jede Stadt hat unterschiedliche Strategien. In Lissabon ist die Stadt der größte Landeigentümer, das ist das Resultat der ehemaligen Diktatur. Das nutzen wir nun, um dem Volk bezahlbaren Wohnraum zurückzugeben.“

 

Alberto Sacco, stellvertretender Bürgermeister von Turin (Italien)

„Wir haben momentan 15 Projekte, die sich mit sozialem Wohnungsbau beschäftigen. Diese werden allesamt von privaten Partnern gemanagt. Wir haben nicht das Problem der Gentrifikation wie etwa London. Baugrund ist also nicht unbedingt das Problem, viel eher geht es darum, alte Gebäude wie etwa Fabriken oder ähnliches in Wohngebäude zu wandeln. Zudem müssen wir auch zunehmend kleinere Wohneinheiten schaffen. Der Umbau ist also bei uns ein gravierenderes Thema als in anderen Städten wie etwa London oder Turin.“

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