Thema Politik

Mietverträge umgehen Sanktionen Wie Cityhostel Berlin das Regime von Nordkorea mitfinanziert

Ehemaliges Konsulatsgebäude an der Glinkastraße 5-7 auf dem Gelände der nordkoreanischen Botschaft in Berlin-Mitte. Seit 2008 werden Teile des Hauses vom City-Hostel Berlin genutzt.

Ein Hostel in Berlin, Hochzeitssäle in Sofia und ein Musikstudio in Warschau bekommen möglicherweise Ärger wegen ihres Vermieters: Kim Jong Un. Nordkorea nutzt seine Immobilien für die Beschaffung von Devisen - entgegen einer UN-Resolution.


08.07.2017 um 11:52 Uhr
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Verschiedene private Firmen hatten Mietverträge mit nordkoreanischen Botschaften in osteuropäischen Hauptstädten geschlossen. Das wiederum bringt dem klammen Regime in Asien stark benötigte Einnahmen. Die Vereinbarungen verstoßen zwar gegen UN-Resolutionen, doch die Geschäfte laufen weiter, während die hiesigen Regierungen damit kämpfen, die Mietverträge zu kündigen.

Die Schwierigkeiten, die selbst US-Verbündete haben, gegen relativ harmlose Geschäfte vorzugehen, verdeutlichen die Herausforderungen bei der Umsetzungen von Sanktionen gegen Nordkorea. Während die USA in der Vergangenheit vor allem Druck auf China ausübten, will US-Außenminister Rex Tillerson nun, dass der Rest der Welt mehr unternimmt, um den Geldfluss nach Nordkorea zu unterbrechen.

„Es ist sehr einfach über mehr Sanktionen zu reden. Aber die Realität ist, dass bei ihrer Umsetzung jedes Land seine eigenen Prioritäten hat", sagt Brian Bridges, außerordentlicher Professor für Asien-Politik an der Lingnan University in Hongkong und Autor eines Buches über Nordkorea. „Wenn man tausende Meilen weg ist und Nordkorea keine direkte Bedrohung ist, dann wird das eine recht geringe Priorität haben."

Es ist unmöglich, genau zu wissen, wie viele Einnahmen über die Aktivitäten der Botschaften Nordkoreas generiert werden. Laut Zang Hyoung-soo, Professor an der Hanyang University, sind nur rund zehn der insgesamt 47 Botschaften groß genug, um dort Geld zu verdienen. „Kim bezahlt seine Diplomaten nicht. Und Geld, das von den Botschaften generiert wird, reicht gerade für die nötigen Zahlungen aus, um die Botschaften zu betreiben", erklärt Zhang.

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