Thema Hotel

Hotelinvestmentmarkt startet mit Rekord 1,15 Milliarden Euro Transaktionsvolumen

In Hamburg machten internationale Investoren zwei Drittel des Transaktionsvolumens aus, was auf den Verkauf des Radisson Blu Dammtor-Hotels von Luxemburger an norwegische Investoren zurückzuführen ist.

Der Hotelinvestmentmarkt startet 2017 mit einem Rekord-Transaktionsvolumen von 1,15 Milliarden Euro. Dabei überwiegen Einzeltransaktionen mit 69 Prozent. Das Umsatzvolumen außerhalb der Top 7-Städte steigt um 90 Prozent im Vorjahresvergleich.


12.04.2017 um 10:30 Uhr
Drucken
Kommentare

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt beginnt das Jahr 2017 mit einem Hoteltransaktionsvolumen von rund 1,15 Milliarden Euro (insgesamt 42 Transaktionen). Damit wurde das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 55 Prozent übertroffen und somit ein neues Rekordergebnis für einen Jahresauftakt erreicht. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Analyse des Immobilienberatungsunternehmens CBRE. „Die Spitzenrenditen für Core-Produkte in erstklassigen Lagen liegen weiterhin bei 4,5 Prozent, Ausreißer nach unten nehmen jedoch zu“, sagt Olivia Kaussen, Leiter Hotels Germany bei CBRE.

Schwerpunkt liegt weiterhin auf Einzeltransaktionen

Obwohl im ersten Quartal die Anzahl an Portfoliotransaktionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich anstieg, überwiegt die Anzahl an Einzeltransaktionen mit einem Anteil von rund 69 Prozent am Gesamtvolumen deutlich. „Wie es sich schon in den letzten Quartalen abzeichnete, waren es auch in den ersten drei Monaten 2017 vor allem wieder einzelne Hotelobjekte, die den Besitzer wechselten. Mit einem Anteil von 75 Prozent am Transaktionsvolumen oder 780 Millionen Euro setzten sich diese aufgrund des fehlenden Angebots deutlich von Paketverkäufen, die auf knapp 270 Millionen Euro kamen, ab. Die größte Einzeltransaktion konnte in Hamburg verzeichnet werden. Ein norwegisches Familienunternehmen erwarb das 4-Sterne-Superior-Hotel Radisson Blu von der Azure Gruppe“, so Andreas Erben, Geschäftsführer von Colliers International Hotel.

Neben dem bereits genannten Radisson Blue wurden unter anderem veräußert:

  • das Abba Hotel in Berlin an die AXA Investment Managers im Rahmen eines Sale-and-Leaseback- Deals.
  • das 25hours in Köln als Teil des Großprojektes Gerling-Quartier an ein Joint-Venture aus Quantum Immobilien und Proximus Real Estate AG.
  • das Motel One Hotel an der Nikolaikirche in Leipzig an den Betreiber Motel One.
  • das Steigenberger Conti Hansa in Kiel an Internos Global Investors beziehungsweise seinen „Internos Hotel Immobilien Spezial Fonds“.
  • das kürzlich eröffnete GHotel Essen des Projektentwicklers Van Wijnen an BNP Paribas Reim.
  • als Projektentwicklungen das 4-Sterne-Hotel me and all Mainz, das im Herbst 2018 eröffnet werden soll an Hamburg Trust sowie eines im Bau befindlichen 2-Sterne-Meininger-Hotels in Heidelberg an Patrizia. Eröffnung ebenfalls voraussichtlich Ende 2018.

„Nach wie vor wechseln auch vermehrt Projektentwicklungen den Eigentümer. Diese Transaktionen unterstreichen den Trend, dass sich Investoren trotz des Projektrisikos Standorte bereits frühzeitig sichern“, sagt Armin Bruckmeier, Leiter Corporate Hotels Brokerage Germany & CEE bei CBRE. Der Projektentwicklungsanteil am Transaktionsvolumen im ersten Quartal beläuft sich auf rund 28 Prozent. So wurde im Rahmen eines Forward Deals das Motel One an der Berliner Freiheit in Bonn, das über rund 219 Zimmer verfügen wird, von der Bonn Grund, einem Unternehmen der Hirmer Gruppe, an die Württembergische Lebensversicherung verkauft. Hervorzuheben ist vor allem der Verkauf des B&B Portfolios mit rund fünf Hotelprojekten, das Patrizia Immobilien von der List Retail Development erwarb. Die Hotelprojekte befinden sich in Krefeld, Wuppertal, Dortmund, Stuttgart und Berlin. „Wie diese Transaktion verdeutlicht, können Projekte in der aktuellen Marktlage auch als Portfolios eine deutliche Nachfrage generieren“, so Kaussen.

Zu weiteren Portfoliotransaktionen zählen die zwei von LHI Leasing im Rahmen eines Sale-and-Leaseback Deals erworbenen Motel One Häuser – Motel One Berlin Hakescher Markt und Motel One München Sendlinger Tor. Die Objekte wurden zusammen für rund 88 Millionen Euro von der Hotelkette verkauft. Im ersten Quartal wurde die Hostelkette Generator Hostels von Patron Capital und Invesco Real Estate an Queensgate Investment verkauft. Bei dem Portfolio handelt es sich insgesamt um insgesamt 14 Hostels in Europa, wovon drei in Deutschland – Berlin Prenzlauer Berg, Berlin Mitte und Hamburg – liegen.

Mit einem Anteil von rund 59 Prozent am Transaktionsvolumen im ersten Quartal gelten Hotels der 4-Sterne Kategorie weiterhin als besonders attraktiv, gefolgt von Hotels der 3-Sterne Kategorie, auf die circa 24 Prozent des Transaktionsvolumens entfielen.

Seite 1 von 2
1. Seite: Schwerpunkt liegt weiterhin auf Einzeltransaktionen
2. Seite: Ausblick: Sekundärstandorte und Projektentwicklungen gewinnen an Bedeutung
Diesen Artikel teilen

Newsletter

Newsletter
Die wichtigsten News in Ihrem Postfach
Kalender
Oct 04 2017 Building NetworksExpo Real
Nov 07 2017 24. Handelsblatt JahrestagungImmobilienwirtschaft 2017
Jan 29 2018 Deutscher Hotelkongress 2018
Feb 06 2018 18. EUROFORUM-JahrestagungDie Logistik-Immobilie
Quiz
Quiz
Wie gut kennen Sie den deutschen Immobilienmarkt?
Frage 1 von 10
Wie viele Menschen verdienen in Deutschland hauptberuflich ihr Geld als Makler?