Thema Wohnen

Hendrik von Paepcke von Apoprojekt im Interview Generalunternehmerleistungen: „Treiber sind die großen Entwickler und Bestandshalter“

2007 wurde APOprojekt von den heutigen Gesellschaftern – Hendrik von Paepcke (links) und Alexander Knälmann (rechts) – in Hamburg gegründet. Seitdem wurde eine deutschlandweite Niederlassungsstruktur mit Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München und Stuttgart aufgebaut. An den 6 Standorten arbeiten heute insgesamt rund 200 Mitarbeiter.

Hendrik von Paepcke hat sich 2007 mit seinem Studienkollegen Alexander Knälmann selbstständig gemacht: Gemeinsam wollte man Mieterausbauleistungen auf die Bedürfnisse professioneller Immobilienbestandshalter ausrichten. In einem Interview mit DIE IMMOBILIE zieht von Paepcke nach zehn Jahren Bilanz und schaut in die Zukunft.


24.07.2017 um 12:01 Uhr
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DIE IMMOBILIE: Herr von Paepcke, wie kamen Sie auf die Idee, Büroräume auszubauen?
Hendrik von Paepcke: Der erste Impuls, der Anschub für eine Geschäftsidee ist ja in vielen Fällen eine Beobachtung. Man sieht an einer Stelle, dass eine Lösung für ein konkretes Problem fehlt. Oder dass es bessere Lösungen geben müsste. Bei uns war es Alexander Knälmann, der die entscheidende Beobachtung gemacht hat. Wir haben uns bei einem Innovationsstammtisch kennengelernt. Er hat dort das Phänomen beklagt, dass Generalunternehmer bei Büroimmobilien an einem bestimmten Punkt in ihrem Engagement nachlassen – nämlich dann, wenn es um den nachträglichen Mieterausbau geht. Er hat das vor allem bei Restanten in der Größenordnung von 400 bis 800 Quadratmetern beobachtet.

DIE IMMOBILIE: Warum war das so?
von Paepcke: Er nahm an, dass die Vergütungsstruktur hierbei ein Grund war. Für den Generalunternehmer geht es bei verbleibenden Flächen, bei denen ein Mieter im Vorfeld noch nicht feststand, nur noch um vergleichsweise geringe Summen. Der Aufwand hingegen ist beachtlich. Die Abstimmung mit dem Projektentwickler, den Architekten und dem Mieter ist fast immer zeitintensiv, dazu kommt eine nochmalige Baustelleneinrichtung. Da sind kleine Flächen dann nicht mehr attraktiv. Wobei es natürlich auf den Einzelfall ankommt. Nicht alle Generalunternehmer scheuen die letzte Meile. Aber die Tendenz war deutlich. Es gab dort eine Marktlücke, und wir dachten über ein gemeinsames Unternehmen nach. Das war kurz vor der Finanzkrise.

DIE IMMOBILIE: Kein guter Zeitpunkt für die Gründung eines Immobilienunternehmens…
von Paepcke: Die Finanzkrise hat vor allem solche Geschäftsmodelle getroffen, die auf schnelle Transaktionen angewiesen waren. Natürlich war auch die Vermietung berührt und damit der Mieterausbau, aber in stabilen Märkten wie Deutschland war das nur ein vorübergehendes Phänomen. Abgesehen davon sollte die Finanzkrise ja erst noch kommen. Wichtig für die Gründung war erst einmal, dass die Chemie zwischen uns gestimmt hat. Auf der Arbeitsebene und auch persönlich. Wir haben eine ähnliche Energie. Alexander Knälmann hat sein unternehmerisches Know-how und ich meine Konzernerfahrung sowie eine Reihe von Unternehmenskontakten eingebracht. Kurz darauf fand die Expo Real statt. Wir hatten zwölf Termine. Jedes einzelne Gespräch hat zu einem Geschäftsabschluss geführt. Wir sind selbstbewusst in die Termine gegangen, aber dass es nicht ein einziges negatives Feedback gab, hat uns dann doch erstaunt. Die Marktlücke war wohl noch größer als angenommen.

DIE IMMOBILIE: Sie haben jetzt im September Ihr zehnjähriges Jubiläum. Wie lautet Ihr Zwischenfazit?
von Paepcke: Von Anfang an war klar, dass wir bundesweit agieren wollten. Nun ist aber jede Art von Immobiliengeschäft ohne Kompetenz vor Ort eher schwierig. Wir haben noch in den ersten zwölf Monaten einen zweiten Standort eröffnet. Im Jahr darauf haben wir einen Rahmenvertrag mit einem Großunternehmen abgeschlossen. Das war ein Meilenstein für uns, denn mit der neuen Sicherheit für künftige Aufträge konnten wir weitere Büros eröffnen. Das alles ging sehr schnell. Die Geschwindigkeit hat uns überrascht. Und zwar immer wieder aufs Neue. Im vergangenen Jahr sind wir um 33 Prozent gewachsen und haben beim Bauvolumen die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt. Wir haben inzwischen 250 Mitarbeiter an sechs Standorten. Ein großes Wirtschaftsmagazin hat uns zum Wachstumschampion 2017 gekürt.

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