Markt

Für neun verschiedene Nutzungstypen anwendbar DGNB hat Zertifizierungssystem weiterentwickelt

Die neue Version des DGNB-Zertifizierungssystem soll Ende dieses Jahres an den Start gehen.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat eine neue Version ihres Zertifizierungssystems für Gebäude entwickelt. Die Marktversion soll Ende dieses Jahres fertig sein. Die größten Änderungen.


14.07.2017 um 14:55 Uhr
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Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat eine neue Version ihres Zertifizierungssystems für Gebäude entwickelt. „Wir haben das DGNB-System so weiterentwickelt, dass es klarer als je zuvor für das Nachhaltigkeitsverständnis der DGNB steht und als Werkzeug dabei hilft, in der Planungs- und Baupraxis die passenden Antworten auf unsere wichtigsten Zukunftsfragen zu finden“, sagt Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB.

So hat die DGNB beispielsweise für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen und zur Förderung von Materialkreisläufen für eine spätere Wieder- oder Weiterverwendung sogenannte Circular-Economy-Boni bei einer Vielzahl von Kriterien eingeführt. Diese wirken sich positiv auf das Zertifizierungsergebnis aus. Ähnliches gibt es zum Thema Klimaschutz mit den Agenda-2030-Boni für Projekte, die in besonderem Maße zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen beitragen. Um den Zusammenhang einer nachhaltigen Bauweise mit den SDGs herauszuarbeiten und transparent zu machen, wurden darüber hinaus sämtliche Kriterien auf deren Verlinkung zu den Zielen überprüft. Künftig erhält jedes Projekt, das eine DGNB-Zertifizierung erfolgreich abschließt, eine Aussage darüber, inwieweit es einen Beitrag zur Erreichung der SDGs geleistet hat.

Mit den Innovationsräumen wird ein neues Instrument in die Kriterien integriert, das Planer motivieren soll, die bestmöglichen und für das Projekt sinnvollsten Lösungen zu verfolgen. Dies soll auch eine Planungskultur unterstützen, die auf einer aktiven Auseinandersetzung mit den Anforderungen der spezifischen Bauaufgabe fußt und zu einer Individualisierung von Projekten beiträgt. Stärker adressiert werden Themen, die den Beitrag eines Gebäudes im städtebaulichen Kontext betrachten. So wurden die vier Kriterien der Standortqualität nicht nur überarbeitet. In der Kommentierungsversion ist ebenfalls vorgesehen, dass diese ab sofort unmittelbar in das Zertifizierungsergebnis einfließen.

Neu hinzugekommen sind die Kriterien „Nutzerkommunikation“, „FM-gerechte Planung“ sowie „Biodiversität“, die es bislang nur in der Quartierszertifizierung gab. Zahlreiche weitere Kriterien wurden methodisch überarbeitet und weiterentwickelt. Hierzu zählt beispielsweise die „Ökobilanz“, die aus bislang zwei separaten Kriterien zum Ressourcenverbrauch und den emissionsbedingten Umweltwirkungen in ein gemeinsames überführt wurde. Auch bei den Kriterien „Verantwortungsbewusste Ressourcengewinnung“, „Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus“ und „Einsatz und Integration von Gebäudetechnik“ (früher „Anpassungsfähigkeit der technischen Systeme“) gibt es grundlegende Anpassungen.

Die Version 2017 kann für neun unterschiedliche Nutzungsprofile angewendet werden. In jedem der 37 Kriterien wird der jeweilige Gewichtungsfaktor für eine spezifische Gebäudenutzungsart aufgeführt. Kriterien, die für eine Nutzung nicht relevant sind, entfallen. Damit leistet die DGNB einen Beitrag zur stärkeren Vereinheitlichung innerhalb der Nachhaltigkeitszertifizierung von Gebäuden. Auch die Anwendbarkeit auf Nutzungsprofile, für die bislang kein eigenes System verfügbar ist, wird vereinfacht.

Die vorgestellte Version des Kriterienkatalogs ist die Grundlage für eine umfassende Kommentierungsphase, die bis Ende August dieses Jahres läuft. An dieser können sich sämtliche DGNB-Auditoren und Consultants sowie alle rund 1.200 Mitgliedsorganisationen des Vereins beteiligen. Bis Jahresende sollen die Anmerkungen bearbeitet und umgesetzt werden. Gleichzeitig wird das neue System an ersten Projekten erprobt.

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